[ « 377 378 379 380 381 » ]
Sonntag, 15. Januar 2006 08:19
Hostienverkäufer bekam kalte Füße
Wegen einer Hostienversteigerung im Internet kontaktierte ein deutscher Katholik den Verkäufer, die Verantwortlichen beim Auktionshaus und den Staatsanwalt.
(kreuz.net, Potsdam) Am frühen Samstag nachmittag reichte der in Weinheim bei Mannheim lebende katholische Lebensrechtler Klaus Günter Annen gegen den Betreiber des umstrittenen Internetauktionshauses ‘Ebay’ Anzeige wegen Blasphemie ein.

Dort wurde bis gestern abend eine Hostie, die angeblich aus einer Papstmesse stammt, zum Verkauf angeboten.

Die von Annen eingereichte Strafanzeige beruft sich auf Paragraph 166 des Deutschen Strafgesetzbuches. Dieser verbietet die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen.

Die deutsche Zweigniederlassung des angezeigten Auktionshauses ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Potsdam eingetragen. Potsdam ist die Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg und befindet sich wenige Kilometer südwestlich von Berlin.

„Ich möchte die Staatsanwaltschaft außerdem darauf hinweisen“ – erklärt Annen in dem kreuz.net vorliegenden Schreiben an die Potsdamer Staatsanwaltschaft –, „daß bereits im April 2005 ein ähnlicher Fall bekannt wurde.“

Damals habe das fragwürdige Auktionshaus in einer Stellungnahme versichert: „Wir haben unsere Geschäftspolitik darum geändert und werden derartige Angebote entfernen, sollten sie in Zukunft auf unserer Seite erscheinen.“

Annen bat die Staatsanwaltschaft um eine sofortige Beweissicherung, da die siebentägige Auktion bereits gestern abend auslief. Zudem erklärte er, daß er das Auktionshaus elektronisch aufgefordert habe, den beanstandeten Verkauf zu entfernen.

Die Firma beantwortete das von Annen im Brief an die Staatsanwaltschaft angesprochene Email gestern am frühen Abend – offenbar mit einem Standardtext:

„Wir werden die von Ihnen genannten Angebote schnellstmöglich prüfen und bei Verstößen gegen die Ebay-AGB [Allgemeinen Geschäftsbedingungen] und -Grundsätze den Anbieter verwarnen und gegebenenfalls auch die Angebote löschen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß es uns leider nicht möglich ist, Sie über unser weiteres Vorgehen auf dem Laufenden zu halten. Wir können Ihnen aber versichern, daß alle uns genannten Angebote immer so schnell wie möglich kontrolliert werden.

Wir wissen Ihre Bemühungen regelwidrige Angebote zu melden sehr zu schätzen und möchten uns hierfür bei Ihnen noch einmal ausdrücklich bedanken.“


Annen setzte sich auch mit dem anonymen Verkäufer der Hostie in Kontakt und stellte ihm einige Fragen:

„Woher habe ich die Gewißheit, daß die Hostie 1. konsekriert ist und 2. dies von Papst Benedikt XVI. gemacht wurde. Wird die Hostie an mich – bei einer eventuellen Ersteigerung – versendet oder muß ich sie abholen? MfG Günter Annen“

Darauf erhielt er die folgende Antwort:

„Artikel kann nicht mehr erworben werden, da zerbrochen, tut mir sehr leid. Bitte bieten sie nicht mehr darauf. Artikel wird nicht mehr verkauft.“

Ein weiterer Leser von ‘kreuz.net’ setzte sich mit dem angeblichen Hostienschänder ebenfalls in Verbindung und erklärte, rechtliche Schritte gegen ihn prüfen zu lassen:

„Ich werde mich informieren, ob Sie zum Kreis der ausgesuchten Personen gehören, die vom Papst persönlich die Kommunion empfangen haben. Dazu werde ich von einem mir bekannten päpstlichen Sekretär Ihren Namen authentifizieren lassen.“

Sollte sich herausstellen, daß der angebliche Hostienschänder nicht zur sehr kleinen und kontrollierten Gruppe jener gehöre, die bisher von Papst Benedikt XVI. persönlich die Heilige Kommunion erhalten haben, werde er – so der Leser – wegen Betrugs sowie wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses Strafanzeige erstatten.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 31 Lesermeinungen:
Donnerstag, 19. Januar 2006 16:19
Endlich mit dem Wahnsinn der Handkommunion Schluß machen!

An Gotthard: Den Rosenkranz beten, anstatt ihn als Volksfrömmigkeit abzutun! Dann wird dir auch dein Amt wieder Spaß bereiten.
Montag, 16. Januar 2006 20:54
oms: Gotthard
Anstelle der Fürbitten!
Montag, 16. Januar 2006 19:57
clemens: @Asterixus
Danke für die erläuterung. Wir sind einer Meinung!
Gruß
Clemens
Montag, 16. Januar 2006 11:54
Asteriskus: @clemens
Natürlich stimme ich Ihnen zu. Ganz klar ist eine konsekrierte Hostie der Leib Christi und ich halte solchen Frevel für sehr verwerflich. Es geht mir bei meiner vorigen Anmerkung nicht darum, die „Hostienversteigerung“ zu beschönigen. Vielmehr meine ich, dass der Anbieter der Hostie evtl. nicht katholisch, vielleicht auch nicht Christ ist und daher möglicherweise die Ungeheuerlichkeit seines Tuns nicht klar gesehen hat. Aber diejenigen, die Reliquien aus den Kirchen entfernen und sie zum Verkauf gelangen lassen, sind sich ihres Handelns sehr wohl bewusst. Darin -und nur darin- liegt für mich das „schlimmere“ begründet.
Ergo: Für mich ist die konsekrierte Hostie der Leib Jesu.
Montag, 16. Januar 2006 10:12
clemens: Hostie
ein wenig Stolz, ein wenig Schadenfreude, ein wenig Dickköpfigkeit, ein wenig Verachtung für alle anderen – und ganz, ganz viel Selbstzufriedenheit.
Herr Demon scheint diese Gefühle sehr gut zu kennen, wie man an seinen Beiträgen auch sehen kann.
@Asterixus
Schon recht, auch Reliquien zu versteigern ist unbotmäßig. Ich suche ein schönes Grabkreuz für das Grab meiner Mutter und da werden welche angeboten:„…auch für Satansmessen ua. Gruselevents geeignet!“
Aber eine Hostie, die selbst nur möglicherweise konsekriert ist, ist nicht ein sterblicher Teil eines Menschen, sondern eben möglicherweise der Leib des Herrn!
Und schon wegen dieser Möglichkeit ist es recht und wichtig, dass eingegriffen wurde.
Auch, damit weitere solche Versuche unterbleiben!!!
Montag, 16. Januar 2006 05:04
Asteriskus: Nicht „nur“ Hostien…
Ob diese Hostie nun wirklich zum Verkauf angeboten wurde, ob sie wirklich konsekriet war oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls finde ich es gut, dass Menschen dagegen vorgegangen sind und die haben Dank und Anerkennung verdient.
Auch wenn es nicht direkt mit diesem Artikel zu tun hat, kommt mir in den Sinn, woher eigentlich die Reliquiare mit Reliquien und Authentik stammen, die fast täglich bei Internetauktionen angeboten werden. Da ist alles zu haben, vom Reliquienkreuz (oft aus Privatbesitz) angefangen bis hin zu prächtigen Reliquiaren, die bestimmt aus Kirchenbesitz stammen. In der vergangenen Woche wurde sogar ein altare mobile angeboten. Den Fotos und der Beschreibung nach zu urteilen vollständig, mit unversehrtem bischöflichem Siegel. Man kann wohl kaum davon ausgehen, dass es sich bei den „Lieferanten“ hier um irgendwelche „Spinner“ handelt. Diese Gegenstände werden wohl nicht den Weg zu den Auktionen finden, ohne dass sie von Priestern herausgeben werden. Mich stimmt das sehr nachdenklich. Jedenfalls nachdenklicher als der Verkauf einer Hostie, bei der jeglicher Beweis fehlt, ob sie konsekriert ist oder nicht.
Alle Lesermeinungen anzeigen 25 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net