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Microsoft
Zune mit Schönheitsfehler
Microsofts Musikplayer Zune ermöglicht den Tausch von Musikfiles über drahtlose Netzwerke. Microsoft bestätigte ORF.at, dass das Gerät die Musikdateien dabei mit einem Kopierschutz versieht - und zwar auch solche, die vorher keinen hatten.
Vergangenen Donnerstag stellte Microsoft erstmals seinen Musikplayer Zune der Öffentlichkeit vor. Ein zentrales Feature des Musikplayers ermöglicht den Tausch von Musik über drahtlose Netzwerke. Nicht zuletzt damit will der Sofwarekonzern die Vormachtstellung des Apple-Players iPod brechen.

Dabei werden Musikfiles jedoch ausnahmslos mit einem Kopierschutz-Zusatz versehen, der nach dreimaligen Anhören oder drei Tagen dafür sorgt, dass die Dateien gelöscht werden.
Kopierschutz auch bei Creative Commons Lizenzen
Das Digital Rights Management System [DRM] kommt auch bei Musikfiles zur Anwendung, die unter freien Lizenzen veröffentlicht wurden. Das Microsoft-Kopierschutzsystem verstößt etwa gegen Creative-Commons-Lizenzen, weil es die solcherart lizenzierten Inhalte in ihrer Verbreitung einschränkt, warnen Kritiker.
Die Verwendung von DRMs in Zusammenhang mit Inhalten, die mit Creative Commons lizenziert wurden, wird in den "Frequently Asked Questions" zu den alternativen Lizenzen ausdrücklich untersagt.

Dort heißt es: "Sollte jemand ein DRM-Tool nutzen, um eines der Rechte, die durch den Lizenzvertrag gewährt werden, einzuschränken, verletzt diese Person den Lizenzvertrag. Sämtliche Lizenzverträge untersagen den Lizenznehmern die Nutzung eines Inhalts unter Anwendung von technischen Schutzmaßnahmen, die den Zugang oder den Gebrauch des Inhalts in einer Weise kontrollieren, die mit den Bedingungen dieser Lizenz im Widerspruch stehen."
Bestätigung von Microsoft
Thomas Kritsch, Marketingmanager für Interactive Entertainment bei Microsoft Österreich, bestätigte auf Anfrage von ORF.at die Tücken der Kopierschutztechnologie: "Dadurch, dass das System nicht erkennen kann, ob es sich um Musik handelt, die von CDs gerippt wurde, unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurde oder in einem Online-Musikshop gekauft wurde, wird mit allen Dateien gleich verfahren." Rechtliche Probleme erwartet er nicht.
Microsoft-Mitarbeiter Cesar Menendez beantwortet in seinem Weblog Antworten zum neuen Musikplayer Zune.
Creative Commons: Stellungnahme angekündigt
Georg Pleger, Sprecher von Creative Commons Austria, wollte den Fall gegenüber ORF.at noch nicht kommentieren. Er kündigte aber für die nächsten Tage eine Stellungnahme der Internet-Urheberrechtsinitiative an.
[futurezone]
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